Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Ölpreise bleiben nach Abwärtskorrektur geschwächt

Eine Kurve zeigt auf einer digitalen Grafik die Schwankungen der Brenn- und Treibstoff-Preise

Ölpreise bleiben nach Abwärtskorrektur geschwächt

Die Rohölpreise an den Börsen ICE und NYMEX gaben am gestrigen Dienstag nach, wobei die Abwärtskorrektur eher technischer Natur war, nachdem Brent und WTI bereits in der vergangenen Woche die psychologisch wichtigen Schlüsselmarken von 90 Dollar bzw. 85 Dollar überschritten und sich Anfang der Woche sogar noch etwas stärker davon abgesetzt hatten. Die fundamentale Konstellation bleibt dagegen eher bullish, wobei die Marktteilnehmer aktuell weiterhin zahlreiche Unwägbarkeiten einkalkulieren müssen.

Dabei stehen die geopolitischen Risiken und die Zinspolitik der Notenbanken im Fokus. „Das Aufwärtsrisiko für Öl liegt nach wie vor in der Geopolitik, wobei eine Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran die grösste lauernde Gefahr darstellt“, meint auch Analystin Gao Mingyu von SDIC Essence Futures Co, die jedoch auch auf die negativen Auswirkungen höherer Ölpreise auf Nachfrage und Inflation hinweist. Diese Auswirkungen könnten der Analystin zufolge in der nächsten Zeit den Handel bestimmen.

Im Hinblick auf die Nachfrage sind die Marktteilnehmer gespannt auf die heute Nachmittag fälligen US-Verbraucherpreisindizes für März, da sie als wichtiger Indikator für die weitere Zinspolitik der Fed gelten. Aktuell preisen die Anleger am Kapitalmarkt laut dem FedWatch-Tool der CME Group eine erste Zinssenkung im Juni mit einer Wahrscheinlichkeit von 54 Prozent ein. Sollte die Verbraucherpreisinflation in den USA im vergangenen Monat allerdings höher ausgefallen sein als prognostiziert, dürften die Marktteilnehmer wieder verstärkt auf einen späteren Zeitpunkt für die erste Zinssenkung spekulieren.

Heute Morgen liegen die Ölfutures vorerst im Bereich der Tiefs vom Vortag, wobei auch die Nachricht belastet, dass die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Chinas auf negativ heruntergestuft hat. Dies lässt bei den Tradern an den Ölbörsen erneut Bedenken hinsichtlich der Ölnachfrage aus China aufkommen. Aufgrund des schwächeren Gasoil-Kontrakts zeigt sich aktuell rein rechnerisch ein Potenzial für Preissenkungen bei den Inlandspreisen.

Börsendaten 10.04.2024 um 08:51

ICE-Gasoil APR: 836.00
ICE-Brent JUN: 89.68$
NY-Rohöl WTI MAI: 85.47$
US-Dollar/CHF: 0.9036

Rheinfracht nach Basel: 16.00


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