Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Sanktionen nicht nur gegen Russland sondern auch gegen den Iran

Eine Kurve zeigt auf einer digitalen Grafik die Schwankungen der Brenn- und Treibstoff-Preise

Weiter Unruhen zwischen Iran und USA. Die Vereinigten Staaten haben gestern eine Reihe an neuen Sanktionen beschlossen, mit denen Ölverkäufe aus dem Iran weiter erschwert werden sollen. Die Massnahmen sollen 13 Unternehmen aus verschiedenen Ländern Asiens betreffen. Die Sanktionen sollen verhindern, dass Iran mit Hilfe dieser Unternehmen Öl und weitere Ölprodukte im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar nach Ostasien verkaufen kann. „Die Vereinigten Staaten werden weiterhin Sanktionen gegen die Akteure verhängen, die diese Verkäufe erleichtern“, hiess es in einer Erklärung des US-Finanzministeriums. Mit dem neuen Sanktionspaket werden alle US-Vermögenswerte der betroffenen 13 Unternehmen eingefroren und es darf kein Handel mehr mit den USA stattfinden. Wie stark sich die Massnahmen tatsächlich auf die iranischen Ölexporte auswirken werden, bleibt abzuwarten.

Der Heizölmarkt profitiert derzeit von mehreren preisdämpfenden Faktoren. Abgesehen vom Rohöl sind auch die Preise fürs Gasoil London, die Berechnungsgrundlage für unsere Heizöl- und Dieselpreise, unerwartet gesunken. Der tiefe Dollarkurs sorgt immer noch für vergünstigte Ölimporte. Es ist nun auch bekannt, dass die deutschen Gasspeicher voll und der Gaspreis von seinen enormen Höhen deutlich zurückgekommen sind. Doch das Flüssiggas (LPG) kann leider nicht in die Schweiz transportiert werden.

Der Markt starrt wie gebannt auf die Zahl der Neuinfektionen in China, welche gestern über 23.000 Fälle am Tag gestiegen ist und somit weitere Lockdowns wieder wahrscheinlicher macht. So stellt sich die Frage ob Chinas Coronakrise die aktuelle Versorgungskriese eher in den Hintergrund schiebt oder bei weiteren Lockerungen der Coronamassnahmen die Versorgungsknappheit wieder in den Mittelpunkt des Ölmarktes gerückt wird.

Die russischen Angriffe haben einen vorübergehenden Stopp der Druschba-Ölpipeline im südlichen Strang ausgelöst. Die Ölpipeline spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung Mittel- und Osteuropas. Ungarische Behörden melden inzwischen, dass der Betrieb schrittweise wieder in Gang kommt.

Nicht nur die Dushba sondern auch die Keystone-Pipeline in der USA, die kanadisches Öl in die USA befördert, hatte mit einer physischen Unterbrechung zu kämpfen. Doch dies war nur von kurzer Dauer und ist wieder am Netz.

Börsendaten 18.11.22 um 08:39 Uhr

ICE-Gasoil DEZ: 961.25

ICE-Brent JAN : 89.67

NY-Rohöl WTI DEZ: 81.77

US-Dollar/CHF: 0.9522

Rheinfracht nach Basel: CHF 47.50


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