Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Wie lange wird das Einkaufsfenster bestehen bleiben?

Eine Kurve zeigt auf einer digitalen Grafik die Schwankungen der Brenn- und Treibstoff-Preise

Trotz des Embargos durch die EU, USA, Japan, Großbritannien, Kanada und Australien gegen russisches und iranisches Öl bleibt die Lage am Ölmarkt aktuell unverändert. Ermöglicht dies die geplante Schwächung der sanktionierten Staaten? Dies wird weniger durch die fehlende Ölmenge als vielmehr durch den Zwang, Öl zu niedrigen Preisen zu verkaufen, erreicht. Dieser Zwang existiert nur in einem gut versorgten Markt. Bei knapper Versorgungslage führt jede weitere Verknappung zu stark steigenden Preisen, die den Verlust aus nicht verkauftem Öl kompensieren würde. Erst in solch einem Fall wären die Embargo-Staaten die geschwächte Partei.

Die Sanktionen gegen Russland und Iran haben noch nicht die erwarteten Auswirkungen auf die Regierungen oder das Atomprogramm des Iran gehabt, dafür haben sie jedoch ihre Fähigkeiten im Verbergen und Tarnen der Handelsströme verbessert. Iran hat aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung mit Sanktionen ein hohes Können in diesem Bereich entwickelt und scheint sein Wissen gerne an Russland weiterzugeben. Beide Länder haben in China einen bereitwilligen Abnehmer mit einem großen Ölbedarf. Zusammen stellen sie die Absichten der Boykotteure in Frage. Der einzige Lichtblick für die Boykotteure ist, dass Iran und Russland nun um die Gunst der Käufer konkurrieren, was die Preise drückt und die Einnahmen schwächt. Was sich vor allem als Vorteil für China zeigt.

Es bleibt ungewiss, ob die Preissituation für Öl weiterhin im Interesse derjenigen, die gegen bestimmte Länder boykottieren, positiv bleiben wird, denn es hängt vieles von der Entwicklung Chinas ab. Mit der Abkehr von der Null-Covid-Politik hat sich eine unübersichtliche Entwicklung in Gang gesetzt, die derzeit zu einer starken Nachfrage nach Treibstoffen führt, da sich rund zwei Milliarden Menschen zu Neujahrsfeierlichkeiten auf Reisen begeben. Jedoch sind sich Analysten einig, dass es unklug ist, den aktuellen Anstieg des Ölbedarfs als dauerhaft anzusehen.

Dementsprechend empfehlen wir Ihnen weiterhin, dass noch bestehende Einkaufsfenster zu nutzen und Ihren Heizöltank aufzufüllen.

Börsendaten 18.01.2023 um 08:48

ICE-Gasoil FEB: 927.25$
ICE-Brent MAR: 86.61$
NY-Rohöl WTI FEB: 80.99$
US-Dollar/CHF: 0.9193

Rheinfracht nach Basel: 21.75


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